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Pottum am Wiesensee

Chronik II

Aus dem öffentlichen und kulturellen Leben

1845 wurde erstmals ein Ereignis aus dem Herzogshause erwähnt. Es hat der göttlichen Vorsehung gefallen ,unsere treue Landesmutter, ihre königliche Hoheit, die durch Frau Herzogin am 28.01. aus dem Reich der sterblichen in das der Seligen aufzunehmen, wodurch eine allgemeine Trauer in unserem geliebten Nassau herrscht.
Gerne wurden die Nassauer nicht preußisch. Das geht aus einer Eintragung aus dem Jahre 1866 hervor.
Die politische Bewegungen des Jahres 1866 erstreckten sich auch über unser geliebtes Vaterland, das Herzogtum Nassau. Unser alter, dem ehrlichen Nassauer unvergesslicher Herzogthron, wurde zertrümmert und das Land mit der preußischen Monarchie vereinigt. Nachdem seine Majestät, der König von Preußen, unter für uns tief erschütternden Umständen unser Landesvater geworden war, feierten wir am 22.03.des Jahres zum ersten mal dessen Geburtstag.
Am 31.08.1885, am Kirchweihmontag, wurde der neue Friedhof feierlich eingeweiht.

1886 feierte Kaiser Wi1helm sein 25 .Regierungsjubiläum.
Der Chronist gedenkt des Kaisers in überschwenglicher Weise. Der Tod der beiden Kaiser im Jahre 1888 wurde auch nur kurz erwähnt. Im Jahre 1892 fand das Manöver des l.Armeekorps auf den Höhen des Westerwaldes statt. In Pottum waren 19 Tage lang 119 Mann und Offiziere einquartiert. Die Entschädigung betrug 65,8 Pfg. pro Tag und Kopf 1907 mussten die zwei alten Glocken durch neue ersetzt werden. Die größere Glocke war durch einen Sprung unbrauchbar geworden. Sie war 1790 in Frankfurt gegossen worden.

Die kleinere Glocke war 1858 in Neuwied gegossen worden. Das neue Geläut wurde von der Firma Rincker in Sinn gegossen. Die Glocken wurde auf den Namen St. Bartholomäus und St.Maria getauft. Ihr schöner Klang ertönte erstmals zu Ostern.

1909 bekam Pottum eine Hochdruckwasserleitung. Das Bassin war oberhalb Pottum rechts, Richtung Hellenhahn. 1912 wurde, am Fest des hl. Bartholomäus, auf dem Weg nach Hellenhahn ein neues Weg­ Kreuz feierlich eingeweiht.

1920 feierten die Kriegshinterbliebenen und Kriegsbeschädigten ein Fest zur Errichtung eines Kriegerdenkmals. Das Vereinsleben blühte auf Es bildeten sich, ein Gesangverein, Lieder­ kranz, ein Sportverein und ein Fußballclub 1919. Wegen der großen Stoffknappheit wurde Flachs angebaut. Mit der Anlage für elektrisches Licht wurde begonnen. Am 06.01.1921 strahlte das ganze Dorf im Glanze des ersten elektrischen Lichts.

Da die vorhandene Kapelle schon lange nicht mehr den Anforderungen entsprach, begann man 1923 das Schiff um 9 Meter zu verlängern. Die Arbeiten gingen nur langsam voran. Mit Stahlhofen schloß die Gemeinde einen Vertrag ab. Stahlhofen erhielt einen Anschluß an die Pottumer Wasserleitung.

1924 verkaufte die Gemeinde den Steinbruch im Hinterwald an eine Firma aus Beul bei Bonn am Rhein. Viele fanden dadurch Arbeit. Die Viehweide wurde von Arbeitslosen in Ordnung gebracht.

1925 feierte der Gesangverein das Fest der Fahnenweihe. Das Dorf hatte Festschmuck angelegt und erlebte schöne Festtage. Über 2000 Besucher und 24 Brudervereine waren erschienen. Die Steinbrüche stellten ihre Arbeit ein. Viele wurden Arbeitslos, andere nahmen die weniger angenehme Arbeit auf in der Grube in Höhn.

Der Kirschenanbau ging nun unter der Leitung von Pfarrer Hartmann zügig voran.
werden. Die Alten waren im Krieg abgeliefert worden. Jahrelang hatte man sich, mit einer wenig geeigneten Ersatzglocke, behelfen müssen. Am 1.12.27 wurde die Glocke mit einem Fackelzug feierlich zur Kirche gefahren. Am Sonntag war die Weihe.
Abends hielt der Gesangverein eine Gedächtnisfeier, bei der eine für die gefallenen Vereins mitglieder gestiftete Gedächtnistafel feierlich enthüllt und der Obhut des Vereinswirts Doll anvertraut wurde.

An einem Samstag am 09.03. 1928 brannte es. In der Scheune des Maurers Theis war ein Brand ausgebrochen, der sich mit großer Geschwindigkeit ausbreitete. In kurzer Zeit standen auch das Wohnhaus des Betroffenen, die Stall und Scheune des Bergmanns Mies sowie Stall und Scheune und das Wohnhaus des Maurers Seelbach in Flammen. Nur die Haustiere und ein kleiner Teil der Hausgeräte konnten gerettet werden.
Bei den unzulänglichen Löscheinrichtungen war es nur der günstigen Windrichtung zu verdanken, daß nicht noch mehr Gebäude dem Brand zum Opfer fielen.

Am 22.10.1929 brannte es wieder. Das alte Wohnhaus des Händlers Wilhelm IV. stand in hellen Flammen. Das Feuer hatte in der Scheune seinen Anfang genommen und griff auf Stall und Scheune über. Die Frau des Mieters konnte noch rechtzeitig gerettet werden, ebenso das Vieh und ein kleiner Teil des Hausrats.

Im Mai 1931 ertönte des Nachts wieder die Sturmglocke. Gegenüber der Schule stand das Anwesen der Witwe Hölper in hellen Flammen. Wieder fehlte es an Wasser und funktionierenden Löscheinrichtungen. In wenigen Stunden lag das ganze Besitztum in Schutt und Asche.

Am 28.09.32 brannte die Scheune von Josef Dapprich. Auch die Scheune war nicht mehr zu retten. Die Feuerwehren beschränkten sich darauf, die Umgebung vor dem Übergreifen der Flammen zu bewahren.

An 19.02.36 ertönte die Feuerglocke abermals. Die Wirtschaftsgebäude von Rudolf Klees und Anna Klees fielen dem Feuer zum Opfer. Die Motorspritzen der Feuerwehren von Rennerod und Westerburg hatten nun genügend Wasser in dem erst neu angelegten Brandweiher.

Im Jahre 1937 wurde am Harschbacherfeld ein RAD Lager für Männer eingerichtet. Diese mussten zunächst in der Hellenhahner Gemarkung Bodenverbesserungen durchfuhren. Ab dem 04.04.37 war das Lager mit 210 Arbeitsmännern belegt. Nach dem Krieg war es einer der ersten Wünsche der Bevölkerung, wieder ein vollständiges Geläut zu bekommen. Nur die kleinste der drei Glocken war im Dorf geblieben.
Sie wurde nach Halbs verkauft. Durch zwei Haussammlungen und Spenden der beiden Vereine, Männergesang - und Sportverein konnte nach der Währungsreform (August 1948) der größte Teil der Kosten gedeckt werden. In der Silvesternacht 1949 Iäuteten die Glocken zum ersten Male.
Im gleichen Jahr wurde die Kulturgemeinschaft gegründet. Bedeutende Laienspielarbeit wurde geleistet.

1959 brach beim Landwirt Wilhelm Klees, (jetzige Waldstraße) ein Schadensfeuer aus. In kurzer Zeit wurde Stall, Scheune und Wohnhaus vernichtet.

Den Toten beider Weltkriege setzte die Gemeinde, als erste im Umkreis, ein Denkmal. 1950 konnte der Sportverein sein 30. jähriges Bestehen feiern. Der Verein veranstaltete ein Pokalturnier in dem 12 Mannschaften teilnahmen. Verschönert wurde das Fest durch einen Festzug. Der Verein zählte 100 Mitglieder.

Im September 1950 kamen die Freunde des Boxsports zusammen um die Gründung eines Kraftsportvereins vorzubereiten. 1951 zählte der neue Verein bereits 30 Mitglieder. Davon waren 10 aktive Boxer, die jeden Samstag im Saalbau Hering zusammenkamen.